• Carola Epple

VR als remote-Therapiemöglichkeit: eine Alternative in Zeiten von Corona?

Egal wo ich hinschaue, überall dominiert das Corona-Virus momentan das tägliche Leben. Das betrifft natürlich auch unsere Kunden bei VirtuallyThere: auch im Berufsalltag von Verhaltenstherapeutinnen und Verhaltenstherapeuten ist COVID-19 immer mehr präsent. Aushänge und verschärfte Hygienemaßnahmen in den Praxen. Kein Händeschütteln mit den Patienten zur Begrüßung. Seminare werden abgesagt oder in Webinare umgewandelt.


In dieser Situation sind remote-Therapiemöglichkeiten über Video und mittels Virtual Reality in aller Munde. Können solche Formate in der aktuellen Situation eine Alternative sein? Therapie auf Distanz, ohne direkten oder gar persönlichen Kontakt zwischen Therapeut und Patient?

Vor kurzem berichtete das Deutsche Ärzteblatt: Versicherte der Techniker Krankenkasse können sich gegen Angststörungen auch digital per App und Virtual Reality in den eigenen vier Wänden behandeln lassen. Die Patienten werden dabei nach einem persönlichen Erstgespräch vier Wochen lang app-gestützt mit Schulungsvideos und digital angeleiteten Übungen behandelt. Dazu gehören auch Konfrontationsübungen mittels Virtual Reality über eine VR-Brille. Das bietet einen entscheidenden Vorteil: die Patienten müssen nicht wochen- oder monatelang auf einen Therapieplatz warten. Die knappen Ressourcen werden durch VR-Technologie sozusagen skaliert. Gleichzeitig muss kaum persönlicher Kontakt stattfinden und die Übertragungsmöglichkeiten des Virus werden reduziert.


Mit Virtual Reality können Verhaltenstherapeuten Settings für die Therapie herstellen - auf Knopfdruck, in der Praxis

Nun sind wir bei VirtuallyThere sind selbstverständlich große Fans von Virtual Reality - sondern würden wir ja nicht das tun, was wir tun 😊 Und VR kann einen wirklichen Mehrwert für die therapeutische Praxis liefern. Das ist nicht nur wissenschaftlich gut belegt und auch in der aktuellen S3 Leitlinie zur Behandlung von Angststörungen empfohlen, sondern das zeigt uns auch das positive Feedback unserer Nutzer (für das wir immer wieder sehr dankbar sind!). Ich bin jedoch überzeugt: Virtual Reality für die Verhaltenstherapie gehört in die Hände kompetenter Therapeuten. Fachleute, die den Patienten und seine Vorgeschichte persönlich kennen und beurteilen können. Die auf Veränderungen im Therapieverlauf eingehen können. Denn was geschieht, wenn der Patient mit seiner App alleine ist und es ihm schlechter geht? Selbst wenn er eine Notfallnummer anrufen kann – gerade Personen mit psychischen Problemen neigen dazu, das Problem bei sich selbst zu vermuten. Sie suchen keine Hilfe und brechen die Therapie möglicherweise sogar ab.

Deshalb betrachten wir bei VirtuallyThere VR nicht als Therapieform per se, sondern als Werkzeug für Therapeutinnen und Therapeuten. Unsere wichtigsten Kunden sind niedergelassene Verhaltenstherapeuten, denen wir eine VR-Mediathek bereit stellen- mit speziell konzipierten Inhalten, und ohne teure oder komplizierte Ausrüstung zu nutzen. Je nach Krankheitsbild und Therapiephase kann es natürlich auch sinnvoll sein, VR zu Hause beim Patienten einzusetzen – um kontinuierlicher zu arbeiten oder „Soforthilfe“ im Alltag zu bieten. Doch das sollten der betreuende Therapeut gemeinsam mit dem Patienten erarbeiten. Eine Alternative für die persönliche Betreuung kann VR also aus meiner Sicht nicht sein. Wohl aber eine sinnvolle Ergänzung.


Auch die Ansteckungswahrscheinlichkeit durch das Corona-Virus lässt sich durch den Einsatz von VR reduzieren: virtuelle Settings ersetzen Expositionsübungen außerhalb der Praxis. Dadurch bieten sie Patienten mehr Sicherheit und reduzieren auch nachweislich die Hemmschwelle, sich überhaupt auf eine Konfrontationstherapie einzulassen.

A propos remote arbeiten! Am 19. April bieten wir ein kostenloses Webinar zum Thema Virtual Reality für Verhaltenstherapeuten an: "Entspanntere und effektivere Expositionen mit VR" - remote und sicher, aber doch interaktiv und persönlich :-) Hier kannst Du Dich dafür anmelden


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